Halbzeit für den Halbgott
Mit einem “Tag der offenen Baustelle” informieren das Hessische Baumanagement und die Museumslandschaft Hessen Kassel anlässlich des “Tages des offenen Denkmals” am 14. September von 10 bis 17 Uhr über die Sanierung der Herkulesstatue. Die Arbeiten an der Herkulesfigur, dem Wahrzeichen der Stadt Kassel, sind Teil der umfassenden Sanierung und Restaurierung der Skulptur und des Oktogons im Rahmen des Projekts “Museumslandschaft Kassel”.
Für dieses Vorhaben hat die Landesregierung knapp 23 Millionen Euro bereitgestellt. Rund 500.000 Euro kamen durch Spenden aus der Bevölkerung zusammen. Die Instandsetzung des Herkules-Bauwerks wird in einzelnen Abschnitten vorgenommen und voraussichtlich bis 2011 dauern. Danach werden die Besucher das gesamte Gebäude mit dem Innenhof und seinen Grotten besichtigen können.
Herkules hatte nach fast zweijähriger Restaurierungszeit Mitte August seinen Kopf zurückerhalten. Das Haupt wurde mit einem über 50 Meter hohen Baukran auf den Hals der Figur aufgesetzt und befestigt. Erstmals in der dreihundertjährigen Geschichte der Kupferfigur war der Kopf 1951/52 abgenommen worden. Vor gut zwei Jahren geschah dies ein zweites Mal, denn nur durch den Einstieg über den Hals war es möglich, die Figur von innen in Gänze zu erfassen. Als problematisch erwies sich im Hinblick auf die Restaurierung v.a. das Eisengerüst, auf dem der Augsburger Goldschmied Johann Jakob Anthoni 1717 die ca. zwei bis drei Millimeter starken Kupferbleche der Figur angebracht hatte. Hier war es in den vergangenen Jahren zu Korrosionsschäden gekommen.
Jetzt wurden die mit Blei ummantelten eisernen Aussteifungsbänder durch Edelstahlbänder ersetzt. Die Figur wurde außerdem statisch ertüchtigt und hält nun Windlasten von 180 Kilometern pro Stunde stand. Hierfür wurden die Verankerungen in der Pyramide verstärkt. Außerdem wurde der Blitzschutz komplett erneuert sowie Risse, Löcher und unsachgemäße Lötstellen vergangener Restaurierungen ausgebessert. Insgesamt wurden rund 2000 Schrauben und Nieten ausgetauscht. Trotz Oberflächenreinigung behielt die Plastik weiterhin die für Kupfer typische grüne Patina.
In den nächsten Wochen wird das Gerüst, das die Figur derzeit umgibt, abgebaut. Der Besucherturm, der es ermöglicht, bis auf Schulterhöhe des monumentalen Helden emporzusteigen, bleibt noch einige Wochen stehen. Im Mittelpunkt der weiteren Arbeiten steht die Pyramide. Sie soll Fenster erhalten, und die Treppenanlage wird saniert. Außerdem werden die Steinsanierungen fortgeführt.
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