Messe über Naturgefahren
Zum ersten Mal fand vom 13. bis 15. November in St. Gallen/Schweiz die Fachmesse Geoprotecta mit dem Schwerpunkt Naturgefahren und Klimafolgen statt. Das Thema ist auch für die Natursteinbranche interessant.
Mit 77 Ausstellern und 3200 Fachbesuchern feierte die Messe, die zukünftig im Zweijahresrhytmus weitergeführt werden soll, eine gelungene Premiere. Ein zerquetschtes Auto vor der Messehalle in St. Gallen war makaberes Zeichen dafür, worum es bei der Geoprotecta ging: Schlimme Naturereignisse wie Überschwemmungen, Steinschläge, Murgänge oder Lawinenniedergänge gehören zur Schweiz wie die Berge und die Flüsse. Fast kein Jahr vergeht, ohne dass durch solche Naturereignisse Schäden in Milliardenhöhe verursachen.
Leidtragende sind auch Schweizer Natursteinbetriebe. Im Mai 2007 verursachte ein großer Felssturz beim Dorf Arvigo im Calancatal im Schweizer Kanton Graubünden schwere Schäden im Steinbruch der Lino Polti SA. 150000 m³ Gestein hatten sich oberhalb des Gneisbruchs gelöst und waren abgestürzt. In der Folge brach ein 350 t schwerer Block ab und traf die Werksanlagen.
In St. Gallen tauschten sich nun drei Tage lang Fachleute von Firmen und Vertreter von Behörden darüber aus, wie sich Land und Leute am besten schützen lassen. Gezeigt wurde eine breite Angebotspalette, die von Hochwasserschutzsystemen, Erdbautechnologien über Rettungsdienste und Erosionschutzmaterialien bis zu Dienstleistungen wie dem Erstellen von Gefahrenkarten oder geotechnischen Untersuchungen reichte. Am Samstag, dem Publikumstag, konnten Hauseigentümer und Landwirte erfahren, wie sie Haus und Boden am besten schützen können. Laien erhielten bei der Präsentation verschiedener Hochwasserschutzsysteme, Filmvorträgen und Referate Tipps für den Umgang mit Naturgewalten.
Zu den Ursachen der gefährlichen Naturereignisse, die in immer kürzeren Zeitabschnitten auftreten, zählt der Temperaturanstieg infolge des Klimawandels, durch den der Dauerfrost in den Alpen zurück geht. Bröselnde Felsen, tiefe Spalten und schmelzende Gletscher sind die Folgen.
wei